20.04.10 14:59 Alter: 2 yrs

Flugbetrieb in Europa wieder aufgenommen

Kategorie: News

Seit dem Vulkanausbruch in Island sitzen tausende von Flugpassagieren an den Flughäfen in Europa fest. Während Tagen konnten keine Flüge durchgeführt werden. Nun haben viele Staate ihr Flugverbot gelockert. So wurde bereits am Montag in Österreich wieder geflogen. Auch andere Staaten lockerten das Flugverbot. Doch es dürfte noch einige Tage dauern bis der normale Flugplan ohne grössere Zwischenfälle durchgeführt werden kann. Ausserdem droht neuer Ärger in Form einer neuen Aschewolke. Vielleicht wird der Flugraum vielerorts bald wieder gesperrt.

Während Tagen ging nichts mehr an den Flughäfen in Europa. Viele Flüge wurden gestrichen, der Flugverkehr grösstenteils eingestellt. Einzig im Süden von Europa blieben die Flughäfen immer offen. Selbst in Spanien und Norditalien mussten hingegen Flughäfen gesperrt werden. Nun bessert sich die Lage langsam. Bereits gestern Montag gab Österreich seinen Luftraum wieder frei. Auch in Deutschland konnten einige Fluggesellschaften mit Sondergenehmigungen unter der normalen Flughöhe fliegen. Zuvor war ein heftiger Streit zwischen den Chefs der Airlines und den Politikern entbrannt. Viele Airlines glauben nicht, dass die Aschewolke in der jetzigen Form eine Gefahr für die Flugzeuge darstellt. Die Politiker verteidigten ihr Flugverbot und wiesen daraufhin, dass sie schlussendlich die Verantwortung bei einem Unglück tragen müssten. Sicherheit gehe vor, viele Airlines würden sich alleine aus Profitgründen für eine Lockerung des Flugverbotes stark machen. Am Montag Abend trafen die Verkehrsminister von Europa in Brüssel zusammen und beschlossen eine Lockerung des Flugverbotes für Dienstagmorgen. Europa soll in drei Zonen unterteilt werden. In einer dürften auch weiterhin keine Flüge stattfinden. In einer anderen würde die Entscheidung den Airlines überlassen. Hier entscheiden die Fluggesellschaften ob sie den Flug durchführen wollen.  In einer dritten Zone wird der Flugverkehr für alle wieder freigegeben. Für die Aufteilung in die verschiedenen Zonen soll die Aschekonzentration ausschlaggebend sein. Gestern Abend entschied das Bundesamt für Zivilluftfahrt den Luftraum in der Schweiz wieder freizugeben. Ab Dienstagmorgen 8 Uhr sind Flüge ab Schweizer Flughäfen wieder möglich. Die schweizerische Airline Swiss, eine Tochter der Lufthansa kündigte an den Flugverkehr wieder aufzunehmen und möglichst viele Flüge planmässig durchzuführen. Allerdings teilt die Airline auf ihrer Homepage mit, dass es nach wie vor zu Verspätungen und Annulierungen von Flügen kommen könne. In Deutschland haben zehn Fluggesellschaften eine Sondergenehmigung für Flüge auf Sicht beantragt. Diese ist eigentlich für die Privat- und Sportfliegerei vorgesehen. Doch bereits am Montag wurde der Lufthansa und einigen weiteren Airlines erlaubt Sichtflüge durchzuführen. Bei diesen sogenannten Sichtflügen können die Piloten nicht auf die normalen Fluginstrumente zurückgreifen wie bei einem normalen Flug. Die Fluggesellschaften begrüssten den Entscheid solche Flüge in Deutschland zuzulassen. Es gibt allerdings auch Kritik. Die Pilotenvereinigung Cockpit bezeichnete die Sonderflüge als "unverantwortlich". Am Dienstagmorgen gab es zudem vermehrt Berichte über eine zweite Aschewolke, welche sich Grossbritannien nähern soll. Die Flugaufsicht hielt trotzdem an den Plänen fest den Flugraum zumindest in Teilen wieder zu öffnen. Nicht nur in Europa sondern auf der ganzen Welt sitzen gestrandete Flugpassagiere fest und können nicht nach Hause fliegen. Deshalb hat die deutsche Lufthansa einige Flugzeuge leer von Deutschland nach Asien, Amerika und Afrika fliegen lassen um von dort Urlauber zurück nach Deutschland zu bringen. Nach Angaben der Airline möchte die Lufthansa am Dienstag 15'000 Passagiere aus aller Welt nach Hause fliegen.

Einige Flüge ab Deutschland

Ab einigen Flughäfen in Deutschland konnten am Dienstagmorgen Maschinen starten. So etwa in Stuttgart, München und Frankfurt. Doch nach wie vor fallen viele der geplanten Flüge aus. Der Billigflieger Air Berlin erklärt am am Dienstagmorgen gemäss der Bildzeitung man habe am Montag 104 Flüge durchführen können. Dabei seien tausende von festgesessenen Flugpassagiere nach Hause geflogen worden. Der Air Berlin Vorstandsvorsitzende Joachim Hunold wollte nicht aussschliessen, dass sein Unternehmen Staatshilfe beantragen wird. Auch vom Flughafen Paris aus waren am Dienstagmorgen Flüge wieder möglich, anders sieht es in Dänemark aus. Hier können bis mindestens 2 Uhr am Mittwocchmorgen keine Flugzeuge landen oder starten. Auch in Belgien wurde der Flugverkehr am Dienstag wieder aufgenommen. Am Mittag teilt die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol mit, dass nun wieder etwa 75 Prozent des Luftraums über dem europäischen Festland wieder für den Flugverkehr freigegeben sind. Um 11:40 hat die deutsche Flugsicherung die Sperrung des Flugraums über Deutschland bis mindestens 20 Uhr verlängert, schreibt die Bildzeitung. Davon ausgenommen sind Flüge auf Sicht, welche allerdings eine Spezialgenehmigung brauchen. Schlechte Nachrichten kommen von der nationalen Wetterbehörde in England. Zur Zeit habe man es mit es mit schnell ändernden Bedingungen zu tun, es sei nicht auszuschliessen, dass sich in einigen Gebieten die Situation gar verschlechtere. Die britische Fluggesellschaft British Airways hat alle Kurzstreckenflüge für den Dienstag gestrichen. Auch der Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt in der Schweiz, Peter Müller, warnt vor zuviel Euphorie. Die Krise sei noch nicht ausgestanden. Man könne zur Zeit nicht aussschliessen dass man die Freigabe wieder zurückziehen müsse. Die Lage sei schwierig, gegebenenfalls müsse man das Massnahmedispositiv wieder anpassen erklärte er gegenüber dem Tagesanzeiger.

Aktien von Fluggesellschaften leiden

Nicht nur die Airlines sondern auch die Reiseveranstalter leiden unter der Aschewolke. Die Aktien von Reiseveranstaltern sowie reisenahen Betrieben haben am Montag deutlich nachgegeben. Stark betroffen waren in der Schweiz etwa der Reiseveranstalter Kouni, oder die Aktien des Flughafen Zürich. Nun hoffen alle dass möglichst schnell wieder zum Normalbetrieb übergegangen werden kann und der Vulkan nicht mehr soviel Asche ausspuckt. In vielen Ländern Europas wurde das Nachflugverbot gelockert um möglichst schnell zum Normalbetrieb zurückkehren zu können.