28.09.10 22:23 Alter: 2 yrs
Ryanair steuert Grossflughafen an
Kategorie: News
Der irische Billigflieger Ryanair möchte in Zukunft nicht nur kleinere, abseits von Grossstädten gelegene Flughäfen anfliegen sondern auch Grossflughäfen direkt ansteuern. Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte dies sei für das weitere Wachstum von Ryanair notwendig.
Ryanair ist eine der bekanntesten Billigfluggesellschaften der Welt und gilt als eine der Marktführer dieser Preiskategorie. Immer wieder machen innovative und kuriose Ideen von Ryanair zu reden und sorgen für rote Köpfe in der Luftfahrtbranche. Nun möchte Ryanair angeblich nicht mehr nur kleinere Flughafen auf dem Lande ansteuern sondern auch Grossflughäfen direkt anfliegen und damit in direkte Konkurrenz zu den etablierten Linienflieger treten. Bis jetzt hat sich Ryanair vorallem darauf konzentriert von etwas abseits gelegenen Flughäfen aus zu starten und damit die Gebühren möglichst tief zu halten um die Preisvorteile den Fluggästen weitergeben zu können. Nun überdenkt man bei Ryanair angeblich diese Strategie und überlegt sich ob es vielleicht sinnvoll wäre doch auch grössere Flughäfen in besserer Lage anzufliegen. Gegennüber der ?Wirtschaftswoche? erklärte der Chef von Ryanair es sei das Ziel der Fluggesellschaft in fünf Jahren so gross zu sein, dass man um die grossen Flughäfen gar nicht mehr herum komme. Trotzdem möchte Ryanair aber weiter auch an den kleineren Flughäfen festhalten und diese anfliegen. Noch besteht für die Regionalflughäfen also kein Grund zur Sorge. Auch in den kommenden Jahren möchte Ryanair Standorten wie Frankfurt-Hahn oder Weeze treu bleiben. Auch weiterhin möchte Ryanair das fliegen zu sensationell tiefen Preisen ermöglichen. Spekulationen über eine Abkehr von der Tiefpreisstrategie weist das Unternehmen energisch zurück. Ryanair ist es in letzter Zeit gelungen ihre Kosten immer weiter zu drücken, indem die Logistik optimiert wurde. So ist stehen Ryanair-Flugzeuge deutlich weniger lang an den Flughäfen herum bis sie weiterfliegen. Die Logistik des Unternehmen ist so ausgerichtet, dass die Flugzeuge nach etwa einer halben Stunde wieder in der Luft sind. Die Idee dahinter ist simpel und genial. In der Zeit in der Flugzeuge am Boden stehen bringen sie dem Unternehmen kein Geld. Erst wenn die Flugzeuge von Ryanair wieder in der Luft sind kann die Gesellschaft daran verdienen. In kleineren Flughäfen ist dies anscheinend für Ryanair kein Problem. Bei grossen Flughäfen ist es allerdings wesentlich schwieriger die Flugzeuge bereits wieder nach rund 25 Minuten in die Luft zu bringen. Dies ist einer der Gründe, weshalb Ryanair nach wie vor die Grossflughäfen meidet.
Verlässt Ryanair Berlin
Heute ist Berlin für Ryanair ein wichtiger Flughafen und Verkehrsknoten. Dies könnte sich in Zukunft ändern. Ryanair ist unzufrieden und beklagt sich über erhöhte Gebühren und droht damit Berlin zu verlassen. In Berlin wurde ein neuer Airport gebaut. Nun möchte der Flughafenbetreiber die Gebühren erhöhen. Dies passt Ryanair nicht in den Kragen machen die Gebühren doch bereits heute ein Grossteil der Ticketpreise von Ryanair aus. Erhöhte Gebühren durch den Flughafen müsste Ryanair natürlich wieder auf die Fluggäste überwälzen. Laut Wirtschaftswoche sollen die Gebühren pro Passagier durchschnittlich um 10 Euro auf bis zu 26 Euro steigen. Für Ryanair hat dies grosse Konsequenzen verkauft das Unternehmen die Tickets ab Berlin zur Zeit im Schnitt für unter 40 Euro. Ryanair droht nun damit nicht mehr nach Berlin zu fliegen sollten die Gebühren wie angekündigt auf den Sommer 2012 erhöht werden.
Ryanair möchte keine zweite Lufthansa werden
Trotz der Orientierung hin zu grösseren Flughäfen und damit verbunden zu etwas höheren Preisen möchte Ryanair auch in Zukunft eine Billigairlines bleiben und keine zweite Lufthansa werden. Gegenüber der Agentur Bloomberg erklärte Ryanair-Chef O'Leary das Konzept der Airline funktioniere sehr gut, weshalb man keine zweite Lufthansa werden möchte. Auf die Ankündigung Berlin möglicherweise nicht mehr anzufliegen reagierte man in Berlin gelassen. Ein Sprecher des Flughafen erklärte das sei ein ganz normales Drohgebärden, welches man bereits kenne. Es sei zudem ein eigenes Terminal für Billigairlines geplant, welches schlechter ausgestattet sein wird wie die Hauptterminals. So soll es etwa keine Fluggastbrücke geben wird, ausserdem verzichtet man in diesen Bereichen auf Laufbänder.
Ryanair fliegt ins Zentrum von Barcelona
Ryanair hat den Flughafen El Prat, welcher nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt in sein Streckennetz aufgenommen. Bis jetzt hat Ryanair nur die Regionalflughäfen ausserhalb von Barcelona angeflogen. Dies hatte für die Flugpassagiere zur Folge, dass sie mit den öffentlichen Verkehrsmittel nach Barcelona gelangen mussten und damit wesentliche Zusatzkosten in Kauf nehmen mussten. Seite September fliegt nun Ryanair direkt an den Stadtflughafen von Barcelona. Ausserdem neu im Streckennetz von Ryanair ist der Flughafen von Madrid.
Luftfahrtexperten sehen die Einbindung der neuen Flugziele ins Streckennetz vorallem als Reaktion von Ryanair auf sinkende Preise. Im letzten Jahr soll Ryanair im Durchschnitt nur noch 35 Euro pro Flugticket bekommen haben. Dies sind 13 Prozent weniger als im Vorjahr schreibt der tagesspiegel.de. Ryanair versucht nun nicht mehr nur durch extrem tiefe Preise Kunden anzulocken sondern auch andere rentable Strecken ins Angebot aufzunehmen. Ein weiterer Grund dürfte die in Deutschland wohl neu eingeführte Luftverkehrsabgabe sein. Diese wird auf Flügen innerhalb von Deutschland und Europa berechnet und dürfte wohl etwa acht Euro pro Passagier kosten. Bedenkt man dass ein Ticket bei Ryanair im Schnitt gerade mal unter 40 Euro kostet so beträgt der Zuschlag der Ryanair neu verrechnen muss etwa 20 Prozent des Gesamtpreises. Dies dürfte dazu führen, dass die Kunden noch preissensibler werden und es für die verschiedenen Billigflieger noch wichtiger ist nebst der Best-Price-Strategie weitere Optionen auszuloten um Geld zu generieren.